Geschichte

Geschichte der Familien

Bruno [14]

Wappen der Familie von Uslar

Wappen der Familie Brauns

Christoph Johann König mit Wappen der Familie König [10]

Werbung Windturbine Herkules [14]

Ehringhaus Wappen

Ehringhaus Wappen [3]

Wappen der Familie Ehringhaus

Justus Georg Schottelius [16]

Familie Brauns

 

Brauns, Brunß, Bruns, Brun »glänzend, funkelnd, braun«, aus dem alten deutschen Rufnamen Bruno »der Braune« ist vom germanischen Leitnahmen des altsächsischen Herzogsgeschlechts der Brunonen um 800 zurück zu führen.

 

Die Brunonen waren ein sächsisches Adelsgeschlecht, dessen Name sich von dem vermeintlichen Stammvater Herzog Brun(o) von Sachsen (†880) ableiten läßt.[18] Die Familie hatte Besitz in Ostfalen und Friesland. Im Jahre 942 wurde ein Graf Liudolf im braunschweigischen Gebiet erwähnt. Dabei bestanden zum Königshaus der Salier eine enge verwandtschaftliche Beziehung. Der Graf Brun I. trat nach dem Tod Kaiser Ottos III. 1002 erfolglos als Bewerber um den Königsthron auf. Im Jahre 1067 wurde Ekbert I. von König Heinrich IV. mit der Markgrafschaft Meißen belehnt. Sein Sohn Ekbert II. opponierte gegen Kaiser Heinrich IV. und verlor durch den Spruch eines Fürstengerichts seine Lehen Meißen sowie die friesischen Grafschaften. Ekberts Schwester Gertrud von Braunschweig war in zweiter Ehe mit Heinrich dem Fetten von Northeim verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Richenza (†1141) heiratete Lothar von Süpplingenburg, Herzog von Sachsen und späterer Kaiser. Deren Tochter Gertrud von Sachsen (†1143) war mit Herzog Heinrich dem Stolzen von Sachsen und Bayern verheiratet, wodurch der braunschweigische Besitz für Jahrhunderte an die Welfen gelangte. [2]

Stammtafel der Brunonen [15][17]

Auf Grund der Vorgeschichte stammen die meisten Nachkommen aus den Regionen rund um Niedersachsen und der Harzregion. Die Generationen der Familie Brauns aus dem fünfzehnten Jahrhundert aus Goslar sind unter Anderem als Wardein und Eisenschneider bekannt.[8] Zu dieser Zeit spielte der Bergbau im Harz eine besonders wichtige Rolle. Das reiche Vorkommen an Erzen am Rammelsberg bei Goslar war die Grundvoraussetzung hierfür.

Die Bergwerksanlagen am Rammelsberg, 1784

(Zeichnung von Georg Melchior Kraus für Johann Wolfgang von Goethe) [7]

Der Herzog Heinrich Julius zu Braunschweig-Lüneburg ließ im Jahre 1601 als Folge des Riechenberger Vertrages in der Bergstadt Zellerfeld auf dem Oberharz eine neue Münzstätte errichten. Zu diesem Zweck setzte er Jobst Brauns mit dem Aufbau und der Leitung dieser Stätte ein. In Folge dessen wurde Jobst später zum Generalwardein des niedersächsischen Kreises ernannt. Somit führte er den Brauch seines Schwiegervaters Werner von Uslar weiter. Dieser gehörte zu einem altdeutschen Adelsgeschlecht in Goslar, das bis ins zehnte Jahrhundert zurück verfolgt werden kann. Dort belegte er den Titel Fürstlich Braunschweigischer Zehentner, womit er Finanzbeamter des Landesherren im Bergbau war.[6] Die Nachkommen der Familie Brauns setzten diese Tradition weiter fort. Hierbei war der Sohn Henning Hans Brauns mit der Tochter von Peter Siemens, der als Schneider und Ratsherr tätig war, in Goslar verheiratet. Dieser ist der direkte Vorfahre von Werner Siemens.[5] Die Söhne von Henning Hans Brauns und Anna Siemens wurden auch im Siemenshaus in Goslar geboren. Einer von ihnen ist Johann Albrecht Brauns , der später das Amt des Bergprobierers und Münzmeisters zu Zellerfeld inne hatte. Erwähnt sei, aber, dass er zuvor dreimalig für dieses Amt abgelehnt wurde, da er unter Verdacht stand, Geld veruntreut zu haben. Durch einen Zufall und aus Mangel an Alternativen bekam er 1693 dann doch noch die Möglichkeit, diese Stelle zu besetzen.[6] Als Münzmeister prägte er ab 1722 seine eigenen Münzmeisterpfennige mit dem Wappen der Familie Brauns.[9]

Auf der linken Seite der Münze sieht man das Wappen der Familie Brauns, welches einen Helm mit Hirschgeweih zeigt. Im Rundschild ist ein Hirsch zu sehen, der dem Wald entspringt. Die Beschriftung lautet: Johann Albrecht Brauns, königlich großbritannischer

Erzkanzler und fürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Münz-Kommissar zu Zellerfeld. Auf der rechten Seite ist das Wappen der Familie Töpfer zu sehen. Julius Georg Töpfer war Hüttenraiter in Zellerfeld und arbeitete mit Johann Albrecht Brauns zusammen.[9]

Andreas Albrecht Brauns ist der Sohn von Johann Albrecht Brauns. Er arbeitete 1720 in Zellerfeld als Silberbrenner und führte ebenfalls die bergmännische Tradition fort. 1725 heiratete er Dorothea Maria Jahn, die Tochter von Hans Casper Jahn, der Bergmann in Zellerfeld war und eng mit ihm zusammen arbeitete. Aus der gemeinsamen Ehe gingen zwei Kinder hervor.

 

Ernst Friedrich Brauns war das erste Kind der Beiden und bekleidete erstmalich kein Amt im Bergwesen. Er arbeitete als Stadtsekretär in Zellerfeld, war mit Johanna Katharina König verheiratet und hatte vier Kinder. Sie stammte aus einer altdeutschen Adelsfamilie aus Goslar, die bis ins zwölfte Jahrhundert zurück führt. Ihr Großvater, der berühmte Christoph Johann König, bekleidete die Ämter als Kupferstecher und Verleger in Goslar und Leipzig. Sein gleichnamiger Sohn und Vater von Johanna Katharina König war Doktor der inneren Medizin und Bürgermeister in Goslar.

 

Johann Christoph Wilhelm Brauns, der älteste Sohn von Ernst Friedrich Brauns, wurde 1767 in Zellerfeld geboren. Er war ein angesehener Bürger und arbeitete zuerst als Stadtrichter und später als Bürgermeister in Lautenthal, das nördlich von Zellerfeld liegt. Er heiratete zweimal. Seine erste Frau hieß Wilhelmine Dorothea Saueracker und seine zweiter Frau Johanna Antonie Rettberg. Insgesamt hatte er zehn Kinder. Der Vater von Wilhelmine Dorothea Saueracker war Christian Daniel Saueracker, der als Finanzrevisor in Braunschweig beschäftigt war.

 

Der Älteste Sohn von Johann Christoph Wilhelm, Friedrich Wilhem Gustav Brauns, der 1813 in Lautenthal geboren wurde, heiratete Jerta Luise Buche. Zusammen bekamen sie sechs Kinder. Die Bucher`s hatten ihre Wurzeln in Sachsen. So war der Großvater, Ernst Bernhard Bucher ein Hofkämmerer des Herren auf Schloss Torgau. Der Sohn Karl Friedrich Bucher war Bänker in Leipzig. Friedrich Wilhelm Gustav Brauns kaufte, in­s­pi­rie­rt von seinem Urgroßvater Johann Christoph König, 1844 von Johann Carl Theile die Buchhandlung in Leipzig und gründete den Verlag Gustav Brauns. Mit diesem Verlag war er sehr erfolgreich. Im Jahre 1885 stieg sein ältester Sohn, Heinrich Gustav Brauns als Teilhaber mit ein. Nach dem Tode von Friedrich Wilhem Gustav Brauns 1890 übernahm er diesen Verlag [11]. Sein Sohn Albrecht Johann Brauns führte dieses Geschäft weiter.

 

Der zweite Sohn von Friedrich Wilhelm Gustav Brauns hieß Rudolf Wilhelm Brauns, 1851 in Leipzig geboren und arbeitete zunächst in Hamburg als Kaufmann. Später ging er nach Berlin wo er in die Firma des Berliner Hofphotographen Schnäbel & Co einstig. Im Jahre 1886 heiratete er seine erste Frau Elsa Steinmann. Diese verstarb ein Jahr später. Er lernte kurz darauf seine zweite Frau Helene Ottilie Nagel kennen und heiratete sie ein Jahr später (1888).

 

Rudolf Wilhelm Brauns stieg Ende 1895, mit Herrn Rother und Herrn Uhlig bei "Deutsche Windturbinenwerke von Carl Reinsch" ein. Die Firma "Deutsche Windturbinenwerke von Carl Reinsch" wurde im Jahr 1859 in Dresden gegründet. Der Firma Carl Reinsch war es gestattet, die Erfindung von Poul La Cour zu nutzen. Die La Coursche Technik führte zu einer breiteren Umsetzung der Windkraft in Elektroenergie.[12}

 

Im April 1897 kommt es zum Verkauf der Schnäbel & Co in Berlin. Am 01.04.1898 erfolgte dann der Umzug von der Familie Brauns nach Dresden. Im gleichen Jahr verließ Herr Rother das Unternehmen und das Bankhaus Gebrüder Arnhold aus Dresden übernimmt dessen Anteile. In diesem Zuge wird aus "Deutsche Windturbinenwerke von Carl Reinsch" die Bezeichnung "Deutsche Windturbinenwerke von Rudolf Brauns GmbH". Im Jahr 1899 verließ auch Herr Uhlig das Unternehmen und Herr Ludwig Heintel übernimmt diese Anteile als neuer Konstrukteur. Rudolf Brauns war von Beginn an für die Weiterentwicklung der Windturbinen zuständig und plante die Stahlwindturbine "Herkules". Mit dieser Anlage war die Firma 1905 Europas größter Windmotorenfabrikant. Rudolf Brauns war in der Zeit sehr bemüht das Unternehmen größer aufzustellen. In Österreich fand er eine Firma, die die Aufstellung und Vermarktung der Windräder mitmachte. Ende des Jahres 1910 wurde diesbezüglich auch der Name „Deutsche Windturbinenwerke Rudolf Brauns“ in die „Vereinigten Windturbinen-Werke GmbH, Dresden, Rudolph Brauns“ umbenannt. Durch den Erfolg, wurde Mitte 1911 ein Bauantrag für ein neues Werk in Reick, gestellt. Anfang 1912 wurde die Genehmigung des neuen Produktionswerkes erteilt.

 

Da Ottilie im Jahr 1911 schwer erkrankte, zog sich Rudolf Brauns am 01.07.1911 mit seinen Anteilen aus dem Windmotorengeschäft zurück. Da die Firma heute unter dem Namen "Howden Turbowerke GmbH" immer noch existiert, ist sie somit Europas älteste Windmotorenfabrik.[13] Der Rückzug aus den „Vereinigten Windturbinen-Werke GmbH, Rudolf Brauns“ war für Rudolf Brauns ein sehr lohnendes Geschäft, denn er kaufte in Dresden mehrere Häuser und Villen. Die Spekulation mit dem Hausbesitz bringt jedoch den Ruin, denn er verkauft mitten in der Inflation im Jahr 1922 fast alle Immobilen.

 

Aus der Ehe mit Helene Ottilie Nagel, gingen 5 Kinder hervor. Der Mittlere Sohn Artur Rudolf Brauns wurde 1892 in Berlin geboren und heiratete 1925 Ingeburg Wilhelmine Elisabeth Ehringhaus. Sie hatten vier Kinder. Artur Rudolf Brauns war Dipl.Ing. Architekt, zuerst in Berlin und dann in Weimar. Über die Familie Ehringhaus ist ein eigener Artikel im unteren Bereich verfasst

 

Der älteste Sohn Konrad Rudolf Bernhard Brauns, geboren 1926 in Berlin, studierte auch in Weimar Achitektur und arbeitete ab 1951 als Stadtplaner im Büro für Stadtplanung in der Hansestadt Rostock. In der Zeit um 1960 bis 1990 prägte er eindeutig das Stadtbild der Hansestadt mit, die durch die Bombardierungen im 2. Weltkrieg stark zerstört wurde. Er war verheiratet mit Hannelore Eva Richter, der Tochter von Hermann Musäus, einem Leinenfabrikanten aus Vetschau. Dieser war ein Verwandter von Johann Karl August Musäus, einem bekannter Schriftsteller in Weimar des 17. Jahrhunderts.

Familie Ehringhaus

 

Früher wurden Höfen zur eindeutigen Beschreibung Namen zugewiesen, die sie nicht selten mit den Namen der Besitzer teilten. Somit ist oft der Hofname zum Familiennamen geworden.

 

Westlich von Alsfeld ist das kleine Dorf Ehringshausen, in mittelhessischen Vogelsbergkreis. Aus dieser Stadt kommt die adlige Familie Ehringhaus, die im Mittelalter große Ländereien besaß und daher ihren Namen erhielt.

 

Ein Sohn von Curt von Ehringshausen machte sich aus dem Dorf Ehringshausen auf nach Westfalen (in der Mark). Dieser Ritter heiratete eine Hofschützentochter und brachte so einige neue Ahnenlinien auf. So gab es im fünfzehnten Jahrhundert mehrere westfälische Familien mit dem Namen Ehringhaus, die sich nicht untereinander kannten, aber das gleiche Wappen, dass des Ritters von Ehringshausen führten. Die Generationen aus dem vierzehnten Jahrhundert der Familie Ehringhaus sind als Amtmänner und Ritter bekannt.

 

Der erste in den Kirchenbüchern nachgewiesene Vorfahr der Familie ist Johann Joseph Ehringhaus, geboren 1612. Sein Sohn Johann Christoph Ehringhaus, geboren 1660, besaß eine Knopffabrik in Breckerfeld bei Hagen. Dessen Sohn Johann Jacob Ehringhaus eine Tuchfabrik in Hagen. Später ist ein Teil der Familie weiter nach Holzminden gezogen und auch dort wirkten sie erfolgreich als Fabrikanten.

 

Holzminden war auch die Heimat von Johann Christoph und Johann Heinrich Adolf Ehringhaus, die im achtzehnten Jahrhundert nach Amerika auswanderten. Die beiden Brüder kamen aus einer Großfamilie mit insgesamt 11 Geschwistern. Sie gingen später nach North Carolina. Im Jahre 1810 beschloss der Gesetzgeber, die State Bank of North Carolina im gesamten Staat North Carolina Zentralbanken und Niederlassungen einzurichten. Die erste Bank in Elizabeth City war ein Zweig dieser Staatsbank und wurde von Johann Christoph Ehringhaus im Jahre 1835 eröffnet. Dies war die einzige Bank in Albemarle bis nach dem Bürgerkrieg. Die Nachkommen der Familie Ehringhaus wurden von der Bank weiträumig beschäftigt, das Einzugsgebiet reichte bis zur Stadt Erskine. Sie zogen sich erst in den 1930er Jahren aus dem Bankwesen zurück.[1]

 

Im Jahr 1933 wurde John Christoph Blucher Ehringhaus Gouverneur von North Carolina. Er reformierte unter Anderem das Strafrechtsystem und die Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer. Ein anderes Gesetz sah die Einführung des Leihsystems für Schulbücher vor.[4]

 

Aus der Großfamilie der beiden Auswanderer heiratete 1800 die älteste Schwester Johanna Elisabeth Amalia Ehringhaus, Justus Friedrich Schottelius. Justus arbeitete als Advokat und kaiserlich geschworener Notar. Später übte er das Amt des Bürgermeisters in Holzminden aus. Sein Urgroßvater war Justus Georg Schottelius, ein bekannter deutscher Dichter und Sprachgelehrter in der Barockzeit.[16]

 

Der ältere Bruder von Johanna Elisabeth Amalia Ehringhaus war Johann Martin, der das Amt eines Kurhessischen Hauptmanns in Hanau besetzte. Er war mit Gertrude Post verheiratet. Sie hatten sieben Kinder. Eines von ihnen war August Lars Heinrich. Er wurde mit dem Amt eines Pfarrers in Mansbach Mottger betraut. Sein ältester Sohn Bernhard Johannes Wilhelm, entschied sich ebenfalls für den Pfarrerberuf in Kurhessen und wurde später Lehrer in Fulda. 1860 traute er Minna Hartwig, mit der er vier Söhne bekam. Nach dem Tod von Minna Hartwig im Jahre 1891 heiratete er erneut. Mit seiner zweiten Frau Luise Becker hatte er zwei Töchter. Die älteste Tochter hieß Ingeburg Wilhelmine Elisabeth Ehringhaus, sie lebte später mit dem oben genannten Artur Rudolf Brauns zusammen

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